Ateliermaterial – Jacquard
Jacquard, ein in das Material eingeschriebener Rhythmus
Jacquard ist eine außergewöhnliche Webtechnik, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand, als man begann, das Muster im Inneren des Stoffes selbst zu verankern – und nicht nur auf seiner Oberfläche. Im Gegensatz zu bedruckten Textilien wird das Jacquardmotiv nicht aufgetragen, sondern Faden für Faden direkt in das Gewebe eingearbeitet.
Jedes Muster entsteht durch das präzise Ineinandergreifen von Kett- und Schussfäden, in einem langsamen und kontrollierten Rhythmus. Dieses Verfahren erfordert großes technisches Können und stetige Aufmerksamkeit, bei dem die Geste des Webens sowohl die Klarheit des Motivs als auch die Stabilität des Stoffes bestimmt. Das Relief zeigt sich zugleich im Griff wie im Blick und verleiht dem Jacquard eine besondere Tiefe.
Der gezielte Einsatz von Polyamid dient dazu, die Struktur des Gewebes zu stabilisieren. Diese technische Faser unterstützt das Muster, stärkt die Haltbarkeit des Gewebes und verbessert seine Widerstandsfähigkeit im Gebrauch, ohne die Lesbarkeit des Dessins zu beeinträchtigen. Eine bewusste Entscheidung, um die Präzision des Jacquards und die Schönheit des Musters über die Zeit zu bewahren.
Das Ergebnis ist ein strukturiertes und zugleich geschmeidiges Material, das die Klarheit seines Motivs Saison für Saison bewahrt. Ein Textil, bei dem die Technik dem Dessin dient – und in dem das Material selbst zur Sprache wird.